Von Google Reader zu Reeder zu Feedly?
Reise mit noch ungewissem Ziel

Als Google im März bekannt gab, seinen Reader zum 1. Juli 2013 einzustellen, teilten sich die Reaktionen der Social-Media-Welt in zwei Lager: »Aufschrei des Entsetzens« auf der einen und »Na und? Kenne und nutze ich sowieso nicht« auf der anderen Seite.

(Wer nicht weiß, was RSS und der Reader sind, hier eine Kurzerklärung: Mit RSS [really simple syndication] kann man Webseiten-Inhalte abonnieren. Diese »feeds« bekommt man per E-Mail [so habe ich es früher gemacht] oder eben gebündelt über einen Reader wie den von Google [Bedingung: ein Google-Konto]. Man klickt dafür einfach auf das RSS-Symbol [siehe z.B. hier unter Social Links]. Der Reader serviert einem die Artikel sämtlicher abonnierten Websites in Listenform mit angeteasertem Inhalt: ein individualisierter Nachrichtenkanal also.)

Zugegeben, ich habe selbst erst in diesem Frühjahr den praktischen Google Reader kennengelernt und freute mich, wieviel zeitsparender er den Umgang mit RSS-Feed machte.
Wie die meisten Google-Produkte ist allerdings auch der Reader nicht gerade eine Augenweide. So landete ich schnell bei Reeder, einer Application, die den Feed-Strom aus dem Google Reader absaugt und auf dem Mac als ansprechend gestaltete Liste präsentiert – die App gibt es auch für mobile Endgeräte.

Kaum hatte ich mir alles schön eingerichtet und nach Themenfeldern sortiert, verkündete Google also den baldigen Reader-Exitus. Na großartig, dachte ich. Damit wird auch Apples Reeder demnächst unbrauchbar werden, weil er ja auf Google zugreift. In gut drei Wochen ist es soweit – Zeit also, die Nachfolge zu regeln.

Die individualisierten Informationen fließen weiter
Ich bin jetzt bei Feedly gelandet und es gefällt mir sehr gut – mit Abstrichen:

  • Feedly ist anders als Reeder keine Application, sondern ein browserbasierter Dienst.
  • Wer sich bis zum 1. Juli über seinen Google-Account bei Feedly anmeldet, hat den Umzug erfolgreich erledigt: In Sekunden sind alle Abonnement nach Feedly migriert.
  • Für mobile Geräte gibt es auch hier eine App.
  • Die Benutzeroberfläche von Feedly ist klar und sehr ansprechend, gefällt mir fast besser als der Reeder für Mac.
  • Klar, auch hier können Themengruppen angelegt werden.
  • Was etwas nervt: Die Social-Sharing-Funktionen und die Verbindungen zu Evernote und anderen Diensten. Es ist zwar alles da, aber mir kommt das Handling im Vergleich zum Reeder umständlicher vor.
  • Ein weiterer Minuspunkt: Die Lade- und Refreshing-Zeiten erscheinen manchmal etwas schwerfällig.

Vermutlich wird Feedly noch nachbessern und Features ergänzen bzw. optimieren. Vielleicht schwenkt auch der Reeder von Apple nach dem 1. Juli von Google auf Feedly als Quelle um – Macnotes berichtete neulich darüber. Wir werden sehen.

Keine Panik
Die Befürchtungen mancher RSS-Nutzer, irgendwann von den Web-Informationsströmen abgeschnitten zu sein, teile ich nicht. Es ist ohnehin völlig aussichtslos, die Trillionen von Infos im Web auszufiltern. So unmöglich, wie mit einer leeren Flasche unter den Niagarafällen zu versuchen, die Wassermassen aufzufangen (diese Metapher hat Astrid Lindgren mal in einem anderen Zusammenhang benutzt).
Ich versuche lieber, mir eine zen-mäßige Gelassenheit anzugewöhnen: Wenn Infos tatsächlich richtig wichtig für mich sind, werden sie mich finden und zu mir kommen. Ich muss sie nicht suchen. Aber natürlich nutze ich RSS weiter.

Mehr zum Thema und weitere Reader-Alternativen auf Karrierebibel.de und auf dem Blog von Florian Kohl.

Gepostet von Dorothea Posdiena am 6. Juni 2013

Gepostet unter Web + Social Media

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